Schäden am Getriebe rechtzeitig erkennen und beheben

Das Getriebe ist eines der diffizilsten und komplexesten Komponenten eines Antriebsstrangs. Entsprechend vielseitig können auch die Schäden sein, die im Laufe der Zeit an einem Getriebe entstehen können.

In diesem Artikel möchten wir auf die gängigsten Getriebeschäden hinweisen, deren Ursachen beschreiben und Ihnen Tipps für eine frühzeitige Erkennung von Defekten geben.

Was sind die häufigsten Getriebeschäden?

Wie bereits erwähnt sind die auftretenden Probleme eines Getriebes sehr vielseitig und komplex. Es handelt sich dabei unter anderem um:

  • Lagerschäden
  • Leckagen des Gehäuses
  • Verschleiß der Zahnräder
  • Materialverschleiß von Schlauchleitungen oder Dichtungen

Wie lassen sich Getriebeschäden frühzeitig erkennen?

Die Möglichkeiten zur Analyse und Diagnose von Verschleiß sind genauso vielseitig wie die Schadensbilder selbst. Lagerschäden sind hierbei eine häufige Verschleißerscheinung, die sich jedoch durch Anzeichen und „Symptome“ wie eine Geräuschentwicklung, erhöhte Lagertemperaturen oder Schwingungen im Getriebe frühzeitig ankündigen. Die rechtzeitige Erkennung von Lagerschäden verhindert einen unplanmäßigen Maschinen- und Produktionsstopp und weitere Folgeschäden.

Eine einfache und effiziente Methode zur frühzeitigen Verschleißerkennung der Lager sind Analysen von Schmiermitteln und die Kontrolle des Ölstandes. Zu viel oder zu wenig Öl führt zu erhöhten Lagertemperaturen und damit zu Folgeschäden. Ölanalysen geben darüber hinaus Aufschluss, ob sich metallische Späne im Öl befinden, was ein Anzeichen auf einen erhöhten Verschleiß durch Überbelastung sein kann.

Thermographische Messungen können zusätzlich auf eine ungewöhnliche Temperaturentwicklung der Lager hinweisen und Schadensursachen frühzeitig identifizieren. Thermographie ist eine einfache Methode, die auch ohne Demontage des Getriebes durchgeführt werden kann und somit schnell und kostengünstig wichtige Erkenntnisse zur Ursache von möglichen Schäden liefert.

Verschleiß von Zahnrädern, Dichtungen oder Schlauchleitungen lassen sich auch sehr gut mittels einer Endoskopie des Getriebes erkennen. Auch hier bedarf es keiner Demontage des Getriebes und Beschädigungen können schnell und einfach erkannt werden.

Wie kann einem Getriebeschaden möglichst vorgebeugt werden?

Verschleißerscheinungen an drehenden Teilen sind nahezu unumgänglich, aber es gibt einige Möglichkeiten, sie so lang wie möglich hinauszuzögern und vorzubeugen. Elementar dabei ist, dass das Getriebe seiner Belastung entsprechend ausgelegt und korrekt installiert ist. Nicht selten finden unsere Experten Getriebe mit Fehlausrichtungen vor, wodurch materialschädliche Schwingungen entstehen. Hierbei ist nicht nur die korrekte Ausrichtung des Getriebes, sondern des gesamten Antriebsstrangs entscheidend. Nur wenn alle Bauteile korrekt ausgerichtet sind, können Schwingungen bestmöglich minimiert und einem Getriebeschaden vorgebeugt werden. Schwingungsmessungen können darüber hinaus von vornherein kritische Komponenten identifizieren und somit zielgerichtet und proaktiv korrigiert werden.

Darüber hinaus empfiehlt es sich in jedem Fall eine Drehmomentanalyse am Getriebe durchzuführen, um zu prüfen, wie viel Drehmoment im laufenden Betrieb wirklich anliegt und ob alle Komponenten entsprechend der realen Belastung ausgelegt sind. Drehmomentmessungen sind sicherlich eine der effizientesten Möglichkeit, um die Lebensdauert Ihrer Antriebskomponenten zu optimieren.

Grundsätzlich gilt auch hier: Vorsorge ist besser als Nachsorge.

Lassen Sie Ihr Getriebe und am besten den gesamten Antriebsstrang regelmäßig von einem Experten warten und auf Verschließerscheinungen wie Rissbildungen, Undichtigkeiten oder sonstigen Beschädigungen prüfen. Analysen der Schmiermittel, thermografische Messungen oder Schwingungsanalysen können darüber hinaus frühzeitig auf Verschließ hinweisen und geben Ihnen die Möglichkeit rechtzeitig Maßnahmen für eine Reparatur einzuleiten, bevor durch einen Defekt ein ungeplanter Maschinen- und Produktionsstillstand droht.